Inhalt


 

Das Thema „Vertreibung“ wird in unserem Projekt in seiner ganzen Dringlichkeit künstlerisch angegangen. Eine kleine Gruppe von Menschen ist auf der Flucht in eine immer kleiner werdende Bleibe und Habe. Aus Flucht und Enge, Ratlosigkeit und Enttäuschung entstehen Anwürfe und Gesprächsfetzen. In diesen decken alle drei langsam den Abgrund von Abhangigkeit, Anpassungszwang, Druck und Angst auf. Dies bei versuchter Beschönigung und Verdrängung. Aber es sind Menschen mit durchaus berührenden, eigenwilligen Vergangenheiten ... und wir zeigen, dass einst Schweizer auswandern mussten aus wirtschaftlichen Gründen, unter ähnlich schwierigen Bedingungen wie die heutigen Vertriebenen.

 

Drei Menschen, zwei Männer und eine Frau, sind gezwungen, ihre Wohnung, ihre Bleibe, mehrfach zu wechseln. Dabei wird die Wohnung jedesmal kleiner. Ihre Flucht endet mit ihrem Tod, ihrem Verschwinden (frnz. disparaître).

 

Sie sind gejagt, verängstigt, in einer stets ungreifbar bedrohlichen Welt. Ein heftiges Geräusch treibt sie, ihre geringe Habe ist ihnen wichtig. Sie sind zu (fast beckettschem) Nichtstun und Warten verurteilt, sie reden scheinbar über Belanglosigkeiten, je mehr ihre Existenz bedroht ist. Sie verdrängen und kompensieren ihre Not. Tempo und Leere jagen sich hoch.

 

Auf der Bühne liegt stets das gekrümmte Schind, ein fabelartiges Menschenwesen, das sie immer wieder treten, an dem sie ihren Frust auslassen. Zugleich bemerken sie das aber nach aussen nicht, es wird nie thematisiert. Und sie brauchen es erst recht.

 

Am Ende sind alle Personen verschwunden. Ils ont disparu. Das Schind bleibt.

 

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