Unser Interesse am Stoff


Das Heitere von Sprachfeinheit, teils schrägem Benehmen und der spritzigen Songs. Körperbewegungen und die Kraft der Selbstbehauptung. Je weniger Platz in unserem Innern bleibt für Eigenes, Neues und Fremdes, desto xenophober benehmen wir uns. Die Angst vor Überfremdung ist ein Manko in unserem Innern.

 

Wir betrachten unsere Ausflüchte im Alltag, die kompensatorische Gier nach Habe und Bleibe, unsere Ticks und Surrogate, unser inneres Gejagtsein. Medien beeinflussen uns, wirtschaftliche Zwänge engen uns ein.

 

Die Enge und der Sprachwitz. Die Spannung zwischen Artifiziellem/Karikatur und existenzieller Not. Die Spannung von oft verfremdetem Spiel und unmittelbarer Wirkung von Text und Songs. Wir arbeiten multimedial und original: Ton, Musik, Schauspiel. Auch Boris Vian hat interdisziplinär gearbeitet als Musiker, Autor, Theatermann und Filmemacher.

 

Das Original ist stark bearbeitet, gekürzt. Und ergänzt mit kurzen Texten, zum Thema der Habe, der Dinge, der Flucht, der Bleibe, des Drucks und der Aggression:

  • aus Boris Vians Roman „Wir werden die Fiesen killen“
  • Konrad Bayer, Gedichte
  • Ghérasim Luca (lapsus linguae) und 
  • Francis Ponge. („Le parti pris des choses“)

Wir ergänzen den Abend mit einzelnen Auszügen aus Carl Schneider, 1818-1896, Liestal, Lebenserinnerungen (Bilder aus dem Baselbieter Volksleben).

 

Es ist noch gar nicht lange her, als Schweizer auch aus unserer Region unter elenden Bedingungen flüchten müssten aus wirtschaftlicher Not (Carl Schneider emigrierte mit seiner und anderen Familien aus Liestal nach Amerika): „Nun galt es ernst mit dem Auswandern. Es schlossen sich arme Familien aus Liestal, noch 62 Köpfe, an, die das Reisegeld bezahlt hatten. Mit einem Basler Auswanderungsagenten.“

 

Ebenso sind kurze Texte zu hören aus dem Auswanderungsbüchlein von 1844 von Johannes Glur aus dem Oberaargau.

 

Die gesungenen Lieder von Boris Vian mit neu übersetzten Texten in eigenen Arrangements passen zur Thematik.

 

Das alles ergibt eine mitreissende Verbindung von Gegenwartsspiegelung (Flucht, innere Enge),  sprachwitzigem Spiel und den Songs.