«JULIA und JANA

JOHN und JOE»

 

ZWEI EINAKTER

ÜBER "RANDSTÄNDIGE", 

mit  AKKORDEON

 

John und Joe

von Agota Kristof

Julia und Jana

von Jörg Jermann

 

Agota Kristof, John und Joe

John und Joe sind zwei Männer, die sich fast täglich in einem Café treffen. Sie sitzen da, zusammen und doch jeder für sich und jedes noch so simple Gespräch birgt Fallstricke. Jedes Wort ist der Versuch, sich selbst oder dem anderen zu suggerieren, man hätte etwas zu sagen.
So wird jedes Gespräch zum Ritual, jedes Treffen der beiden ist geprägt von der Macht der Gewohnheit. Doch überraschend gibt es einen Riss, das alltägliche Muster der Begegnung funktioniert nicht mehr. Ihre Begegnungen sind für beide lebenswichtig, denn sie haben nur sich. Die knappen Gespräche lassen viel Raum für Ungesagtes und Unsagbares. Die beiden erinnern an Becketts Wladimir und Estragon, aber sie sind im sozialen Alltag unserer Realität.

 

Jörg Jermann, Julia und Jana

Zwei jüngere, skurrile Frauen begegnen sich ultimativ. Julia, etwas behindert, von Dorf und Familie verachtet und ausgesperrt, wird von Jana, einer artifiziellen Gestalt, ins Jenseits abgeholt.
Jeder kann in sein Verlies und Urzimmer zurückgeworfen werden. Julia Zimmerli wird schon als Kind die Übergescheite genannt. Ihre Eigenwilligkeit und Phantasie kontrastieren die vermeintliche Geistesschwäche und Beeinträchtigung.

Sie sieht Dinge, welche die anderen nicht sehen, flüchtet in Märchen. So schliesst sie sich aus und wird ausgeschlossen. Sie probt in ihrer Einsamkeit eine Art Auftritt vor Publikum. Sie imaginiert und versucht eine Vergangenheitsbewältigung.

 

Es spielen Natalie Müller und Livia Studer, Kurt Wegmüller und Peter Wyss und Manuela Visscher.

 

 

Der Rückblick auf vergangenen November:

«HALLO» spielten wir an drei verschiedenen Spielorten der Region.

 

Jean Tardieu

mit den unbeendeten Sätzen von Verliebten "Finissez vos Phrases"

 

Das Basalttheater

mit Gesprächsfetzen zur digitalen Welt "SMILE"

 

Henning Mankell

mit dem Theken-Monolog eines Baggerfahrers "Bagger"

 

Harold Pinter

mit dem Funk zwischen Zentrale und Taxifahrerin "Victoria Station"

  

Es spielten Katja Zurbuchen, Natalie Müller, Manuela Visscher, Nick Eminger, Kurt Wegmüller, Peter Wyss. Bühne Alfi Marti, Kostüme Simone Seiterle, Text und Regie Jörg Jermann.

 

Henning Mankells «Bagger» ist der Monolog eines einsamen Baggerfahrers an der Bar. Jean Tardieus «Beendet eure Sätze» ist ein Liebesdialog bestehend aus Satzstümpfen. «SMS/Smile» des BASALTTHEATER BASEL ist ein Einblick in die gegenwärtige digitale Kommunikation und Situation. Und Harold Pinters «Victoria Station» ist ein Funkkontakt zwischen der Taxizentrale und einer Taxifahrerin. Mit überraschendem Ausgang.

 

Mankell ist der grosse schwedische Krimiautor (Wallander), Harold Pinter ist der englische Nobelpreisträger für seine Theaterstücke und Jean Tardieu ist der wichtige Vertreter des absurden französischen Theaters. 

 

Das Basalttheater Basel hat sich vier Bereiche unseres Ringens um das Sprechen, um das Verstehen-Wollen und um die, so finden wir, letztlich glückende Verständigung mit Lust und Laune zur Brust genommen. Jörg Jermann inszeniert die vier Einakter auf bunte, sehr unterschiedliche Weise. Die Live-Musik von Thomas Achermann untermalt den Abend mit feinem Saxophon und Jazz-Gesang. 

 

An allen vier verschiedenen Spielorten der Region ist anregende Unterhaltung auf der Bühne angesagt und für leichte Verpflegung und Getränke ist gesorgt.

 

 

Als Baggerführer, Taxifahrerin, Verliebte oder in digitalen Welten reden wir anders miteinander. "Hallo" rufen wir aber in alle Richtungen: aufmunternd, heiter, suchend, "Hallo" rufen wir lachend und empört.